Vom 19. bis 21. Juni führte eine zehnköpfige Gruppe eine dreitägige Hochtour in das Silvretta-Gebiet zur Jamtalhütte durch. Bereits der Aufstieg vom Parkplatz zur Hütte bot einen besonderen Auftakt: Da an diesem Tag die Hüttensaison eröffnet wurde, fand dort eine Bergmesse für die Bergrettung statt, der die Gruppe beiwohnen konnte. Das Hüttenteam empfing alle Gäste sehr herzlich, nahm sich Zeit für Gespräche mit den einzelnen Gruppen und erkundigte sich nach deren Herkunft und Tourenzielen. Auch das Abendessen ließ keine Wünsche offen – die ausgezeichnete Verpflegung wurde sogar mit einem Nachschlag abgerundet.
Am zweiten Tag stand die Besteigung der Hinteren Jamspitze auf dem Programm. Gegen Mittag wurde der Gipfel erreicht. Besonders gespannt war die Stimmung beim Betreten des Gletschers. Für einige Teilnehmer war es die erste Gletscherbegehung und zugleich die Vorbereitung auf größere Hochtouren. Zwei junge Teilnehmer hatten sich für dieses Jahr die Besteigung des Grand Paradiso vorgenommen und freuten sich besonders darauf, den Umgang mit Seilschaft und Gletscher in der Praxis zu erleben. Zwei weitere Teilnehmer verfolgten sogar noch ambitioniertere Pläne: die Spaghetti-Runde sowie die Besteigung des Mont Blanc, für die sie bereits alle Hütten reserviert hatten.
Das eigentliche Highlight des Tages war jedoch der Abstieg über den schneebedeckten Gletscher. Da kaum Gletscherspalten vorhanden waren und die Schneedecke ideale Bedingungen bot, entwickelte sich der Abstieg zu einem besonderen Erlebnis. Immer wieder rutschten die Teilnehmer – teilweise sogar noch in der Seilschaft – lachend auf dem Hosenboden talwärts. Trotz der ungewohnten Fortbewegung blieb die Sicherheit jederzeit gewährleistet, und der Spaßfaktor war entsprechend groß.
Am dritten Tag wurde ein weiterer benachbarter Gipfel ohne Gletscherkontakt bestiegen. Anschließend kehrte die Gruppe zur Jamtalhütte zurück. Dort bot sich eine willkommene Möglichkeit: Für die lange Talabfahrt konnten E-Mountainbikes ausgeliehen werden. Nach zwei anstrengenden Tourentagen war dies eine ideale und kräfteschonende Alternative zum langen Abstieg zu Fuß. Da die Fahrräder bequem am Parkplatz abgegeben werden konnten, entschied sich die gesamte Gruppe für diese Variante. Gemeinsam rollten die Teilnehmer wie eine kleine Motorradgruppe – allerdings auf Mountainbikes und mit Rucksäcken statt Lederkutten – ins Tal.
Nach diesem gelungenen Abschluss trat die Gruppe die Heimreise an. Die drei Tage in der Silvretta boten abwechslungsreiche Touren, eindrucksvolle Naturerlebnisse und viele gemeinsame, unvergessliche Momente. Besonders die harmonische Gruppendynamik und die Begeisterung aller Teilnehmer machten die Ausfahrt zu einem rundum gelungenen Erlebnis. Nicht nur die beiden Gipfel, sondern auch die erste Gletscherbegehung für einige Teilnehmer sowie die gemeinsame Zeit auf der Hütte werden allen noch lange in Erinnerung bleiben.
Tourenleiter: Cordian Petrick
Impressionen aus unseren letzten Aktivitäten: